Holz im Lebenszyklus: Forschung und Anwendung im zirkulären Bauen
Der Einsatz von Holz als nachhaltigem Baustoff im Kontext des zirkulären Bauens bietet sowohl in der Neubau- als auch in der Sanierung von Wohnimmobilien enorme Potenziale. Dabei steht nicht nur der ökologische Nutzen im Vordergrund, sondern auch die Wirtschaftlichkeit und die langfristige Ressourcenschonung. Der Lebenszyklus von Holz – vom Rohstoff über die Nutzung bis hin zur Wiederverwertung – ist ein integraler Bestandteil der Kreislaufwirtschaft und stellt einen wichtigen Schritt in Richtung einer nachhaltigeren Bauindustrie dar. Für Baubeteiligte wie Architekten, Planer, Bauingenieure, Kommunen und Investoren ist es entscheidend, die Vorteile dieses Ansatzes zu erkennen und aktiv in ihre Planungs- und Bauprozesse zu integrieren.
Zirkuläres Bauen und seine Bedeutung
Zirkuläres Bauen ist ein Konzept, das sich auf die ganzheitliche Nutzung von Ressourcen konzentriert und darauf abzielt, den Abfall während der gesamten Lebensdauer eines Gebäudes zu minimieren. Dabei geht es nicht nur darum, die Umwelt zu schonen, sondern auch darum, Bauprozesse ressourcenschonender und effizienter zu gestalten. Das bedeutet, dass Materialien wie Holz nicht nur in der Bauphase verwendet werden, sondern auch nach Ende der Nutzungsphase eines Gebäudes weiterverwendet, recycelt oder in einen neuen Kreislauf integriert werden können.
Warum Holz im zirkulären Bauen?
- Nachhaltigkeit: Holz ist ein nachwachsender Rohstoff und bietet eine ausgezeichnete CO₂-Bilanz. Während des Wachstums speichert der Baum Kohlenstoff, der beim Verbauen von Holz im Gebäude für die Dauer der Nutzung gebunden bleibt.
- Langlebigkeit: Holzprodukte, wie Massivholz oder Holzwerkstoffe, können über Jahrzehnte hinweg genutzt werden, und durch Pflege und Wartung ist ihre Lebensdauer oft noch verlängert.
- Wiederverwendbarkeit: Holz ist hervorragend geeignet für die Wiederverwendung und das Recycling. Am Ende eines Gebäudelebenszyklus kann das Material ohne großen Aufwand zurückgewonnen und für neue Projekte genutzt werden.
- Vielseitigkeit: Holz lässt sich leicht bearbeiten und anpassen, was die Flexibilität in der Nutzung und Umnutzung von Gebäuden erheblich steigert.

Die Rolle von Holz im Lebenszyklus eines Gebäudes
Ein zirkulär gebautes Gebäude ist ein Gebilde, das nicht nur in der Bauphase Ressourcen effizient nutzt, sondern auch über seine gesamte Lebensdauer hinweg optimiert wird. Dabei ist Holz als Baumaterial ein idealer Partner. Die Verwendung von Holz im Lebenszyklus eines Gebäudes beginnt mit der Auswahl des Materials und zieht sich durch die Phasen der Nutzung, Renovierung und schließlich der Wiederverwertung.
- Bauphase: Holz trägt dazu bei, die Emissionen während des Bauens zu minimieren, da es weniger energieintensive Prozesse benötigt als Materialien wie Stahl oder Beton. Zudem sind Holzkonstruktionen schneller zu errichten, was zu einer Reduktion des Energieverbrauchs während der Bauzeit führt.
- Nutzungsphase: In der Betriebsphase eines Gebäudes trägt Holz durch seine natürlichen isolierenden Eigenschaften zur Verbesserung der Energieeffizienz bei. Darüber hinaus kann Holz durch seine hohe Anpassungsfähigkeit auch bei späteren Umbauten oder Sanierungen weiterhin genutzt werden.
- Renovierung und Sanierung: Durch die Wiederverwendbarkeit von Holz wird der gesamte Prozess der Sanierung oder Renovierung von Gebäuden effizienter. Bestehende Holzkonstruktionen können aufgearbeitet und in die neuen Bauprozesse integriert werden, was den Bedarf an neuem Rohstoff reduziert.
- Rückbau und Recycling: Am Ende eines Gebäudelebens kann Holz in den Kreislauf zurückgeführt werden, entweder durch Recycling oder durch die direkte Nutzung der Materialien in neuen Bauprojekten.
Die Vorteile von Holz für Neubau und Sanierung von Wohnimmobilien
Die Ressourcenverwendung von Holz im Neubau und in der Sanierung von Wohnimmobilien bietet zahlreiche Vorteile, die sowohl ökologische als auch ökonomische Aspekte betreffen.
Vorteile für den Neubau:
- Reduzierung der CO₂-Emissionen: Die Verwendung von Holz statt CO₂-intensiven Materialien wie Beton oder Stahl kann die CO₂-Bilanz eines Neubaus erheblich verbessern.
- Energieeffizienz: Holz ist ein natürlicher Isolator, der die thermische Effizienz eines Gebäudes verbessert und den Energieverbrauch während der Nutzung senkt.
- Schnelligkeit und Kostenersparnis: Die Vorfertigung von Holzelementen in der Fabrik verkürzt die Bauzeit und verringert die Arbeitskosten auf der Baustelle.
- Flexibilität: Holz ermöglicht eine hohe Flexibilität bei der Gestaltung von Gebäuden. Architekten können die natürliche Ästhetik von Holz nutzen, um funktionale und gleichzeitig ansprechende Wohnräume zu schaffen.
Vorteile für die Sanierung:
- Wiederverwendung von Materialien: Alte Holzelemente können beim Rückbau wiederverwendet und in neuen Projekten integriert werden, was den Bedarf an neuen Rohstoffen verringert.
- Verkürzung der Sanierungsdauer: Holz ist ein leicht zu bearbeitendes Material, das sich gut für Sanierungen eignet, da es weniger aufwändig ist als viele andere Baustoffe.
- Erhöhung der Gebäudewertigkeit: Holz ist nicht nur nachhaltig, sondern sorgt auch für eine angenehme Raumakustik und ein gesundes Raumklima, was den Wert von sanierten Immobilien steigern kann.
Die Botschaft an Baubeteiligte: Nachhaltigkeit als zukunftsfähiges Geschäftsmodell
Für alle Baubeteiligten – von Architekten und Planern über Bauingenieure bis hin zu Kommunen und Investoren – geht es darum, Holz als Baustoff nicht nur als umweltfreundliche, sondern auch als wirtschaftlich attraktive Lösung zu begreifen. Zirkuläres Bauen ist nicht nur ein Schritt in Richtung einer ressourcenschonenden Zukunft, sondern auch ein Geschäftsmodell, das den Herausforderungen der kommenden Jahre begegnet.
Wichtige Botschaften:
- Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit vereinen: Holz ist nicht nur ein nachhaltiger Baustoff, sondern auch ein wirtschaftlicher. Die Einsatzmöglichkeiten und die Wiederverwendbarkeit im Lebenszyklus eines Gebäudes bieten langfristige Einsparpotenziale.
- Zukunftsfähige Architektur: Architekten und Planer können mit Holz innovative, ästhetische und gleichzeitig nachhaltige Gebäude schaffen, die die Bedürfnisse der Zukunft erfüllen.
- Ressourcen schonen und Kosten sparen: Durch den Einsatz von Holz im zirkulären Bauansatz werden weniger neue Ressourcen benötigt, was sowohl ökologische als auch ökonomische Vorteile mit sich bringt.
- Förderung der Kreislaufwirtschaft: Investoren und Kommunen können von der zunehmenden Bedeutung von Holz im zirkulären Bauen profitieren, indem sie in zukunftsfähige, ressourcenschonende Projekte investieren, die den Anforderungen einer nachhaltigen Bauwirtschaft gerecht werden.
Fazit: Holzbau als Schlüsselressource im zirkulären Bauen
Holz spielt eine zentrale Rolle im Konzept des zirkulären Bauens. Es bietet nicht nur eine umweltfreundliche Lösung für den Neubau und die Sanierung von Wohnimmobilien, sondern sorgt auch für eine effiziente Nutzung von Ressourcen über den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes. Für Baubeteiligte ist es entscheidend, die vielfältigen Vorteile von Holz zu erkennen und zu nutzen. So kann nicht nur ein entscheidender Beitrag zum Klimaschutz und zur Ressourcenschonung geleistet werden, sondern auch die Wirtschaftlichkeit von Bauprojekten langfristig gesichert werden. Zirkuläres Bauen mit Holz ist mehr als nur ein Trend – es ist der Weg in eine nachhaltige und effiziente Bauzukunft.
Holz-Hybrid-Quartiere: Der Schlüssel zur klimaneutralen und effizienten Stadtplanung
In einer Welt, in der Urbanisierung und Klimawandel die großen Herausforderungen unserer Zeit darstellen, suchen Städte nach innovativen Konzepten, um den Anforderungen an Nachhaltigkeit, Effizienz und Attraktivität gerecht zu werden. Die Antwort könnte in Holz-Hybrid-Gebäuden liegen, die multifunktionale Nutzungen wie Büroflächen, Coworking-Spaces, Kitas, Cafés und zukunftsweisende Mobilitätslösungen vereinen. Diese Quartierslösungen haben das Potenzial, Großstädte klimaneutraler, lebenswerter und wirtschaftlich effizienter zu gestalten.
Multifunktionale Quartiere: Eine Antwort auf urbane Herausforderungen
Städte stehen zunehmend vor der Aufgabe, unterschiedliche Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger auf engem Raum zu vereinen. Ein Quartier, das Arbeiten, Wohnen, Bildung, Freizeit und Mobilität kombiniert, bietet eine Antwort auf diese Herausforderung. Durch gemischte Nutzungen können die Wege verkürzt und der Verkehr reduziert werden – ein zentraler Baustein für mehr Nachhaltigkeit.
Holz-Hybrid-Gebäude sind besonders geeignet, um diese multifunktionalen Strukturen zu schaffen. Holz als Baustoff bringt zahlreiche Vorteile mit sich: Es ist ein nachwachsender Rohstoff, speichert CO2 und weist hervorragende Dämmeigenschaften auf. In Kombination mit Beton oder Stahl entstehen Holz-Hybrid-Lösungen, die sowohl die Umweltbelastung minimieren als auch eine hohe Stabilität und Flexibilität bieten.
Ein Beispiel für ein solches Quartier könnte ein Komplex sein, in dem sich auf mehreren Etagen Büros und Coworking-Spaces befinden, eine Kita integriert ist und im Erdgeschoss Cafés oder Geschäfte angesiedelt sind. Ergänzt durch zukunftsweisende Mobilitätsangebote wie Carsharing, Fahrradverleih oder Ladestationen für E-Fahrzeuge entsteht ein ökologisch und sozial nachhaltiger Lebensraum.
Holz-Hybrid-Gebäude: Die Bausteine der Zukunft
Holz-Hybrid-Bauten sind nicht nur nachhaltig, sondern auch ästhetisch ansprechend und wirtschaftlich effizient. Sie punkten durch kurze Bauzeiten, eine hohe Vorfertigungsquote und flexible Nutzungsoptionen. Gleichzeitig tragen sie zur Ökobilanz von Städten bei, indem sie CO2 binden und die Abhängigkeit von energieintensiven Baustoffen wie Beton und Stahl reduzieren.
Ein weiterer Vorteil ist die thermische Effizienz: Holz sorgt für ein angenehmes Raumklima und reduziert den Energiebedarf für Heizung und Kühlung. Diese Eigenschaften machen Holz-Hybrid-Gebäude ideal für gemischt genutzte Quartiere, in denen Komfort und Effizienz gleichermaßen wichtig sind.
Darüber hinaus bieten Holz-Hybrid-Bauten eine große Gestaltungsfreiheit, um die unterschiedlichen Bedürfnisse eines Quartiers abzudecken. Modulare Bauweisen ermöglichen es, die Gebäude flexibel anzupassen und bei Bedarf umzunutzen. So können etwa Büroflächen in Wohnräume oder Coworking-Spaces umgewandelt werden, falls sich die Anforderungen ändern.

Zukunftsweisende Mobilität: Integration ins Quartier
Ein weiterer zentraler Aspekt nachhaltiger Quartierslösungen ist die Mobilität. Holz-Hybrid-Quartiere können so konzipiert werden, dass sie die Verkehrsbelastung minimieren und den Übergang zu klimafreundlichen Verkehrsmitteln erleichtern.
Carsharing-Angebote, Fahrradverleihsysteme und sichere Abstellmöglichkeiten für Fahrräder sowie umfassende Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge sind Beispiele für Maßnahmen, die die Verkehrswende unterstützen. Gleichzeitig sollte der öffentliche Nahverkehr optimal eingebunden werden, um eine nahtlose Vernetzung zu gewährleisten.
Die Planung solcher Quartiere sollte die Bedürfnisse aller Verkehrsteilnehmenden berücksichtigen, von Fußgängerinnen und Fußgängern bis hin zu Nutzerinnen und Nutzern von Mikromobilität. Ziel ist es, attraktive und barrierefreie Alternativen zum privaten Pkw zu schaffen und gleichzeitig den ökologischen Fußabdruck zu minimieren.
Fazit: Quartiere der Zukunft gestalten
Holz-Hybrid-Gebäude können in Kombination mit durchdachten Mobilitätskonzepten und gemischten Nutzungen einen entscheidenden Beitrag zur nachhaltigen Stadtentwicklung leisten. Sie sind nicht nur eine Antwort auf die Anforderungen an Klimaneutralität und Ressourcenschonung, sondern tragen auch zur Attraktivität und Lebensqualität in Großstädten bei.
Die Schaffung solcher Quartiere erfordert eine enge Zusammenarbeit zwischen Architekten, Stadtplanern, Politik und Wirtschaft. Die Investition in nachhaltige Quartierslösungen ist jedoch nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch sinnvoll. Sie bieten die Möglichkeit, lebenswerte und zukunftssichere Städte zu gestalten – ein Gewinn für die Umwelt und die Menschen gleichermaßen.
Revolution im Bausektor: Serielles Sanieren erobert den Markt
Der Markt für Lösungen rund um die serielle Sanierung entwickelt sich dynamisch. Das innovative Sanierungssegment wächst rasant, die Nachfragesituation steigt und es werden größere Bauprojekte in Angriff genommen. So wurden 110 Projekte mit rund 2.000 Wohnungen bereits fertiggestellt oder sind im Bau (2022: 13 Projekte mit ca. 450 Wohnungen), rund 210 Projekte mit 11.000 Wohneinheiten befinden sich in der Planung und Vorbereitung (2022: 51 Projekte mit ca. 2.900 Wohneinheiten). Dies entspricht einem Investitionsvolumen von über einer Milliarde Euro.
Immer mehr Wohnungsunternehmen sanieren ganze Quartiere mit dem zukunftsweisenden Sanierungskonzept. Große Bestandshalter wie die Deutsche Bahn AG oder die Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM) steigen in die serielle Sanierung ein. Kommunen setzen bei der Sanierung von Schulen, Kitas und Turnhallen verstärkt auf den seriellen Modernisierungsansatz. Entsprechend der steigenden Nachfrage erweitert die Bauwirtschaft ihre Kapazitäten.
Die angestrebte Klimaneutralität im Gebäudebestand befeuert die serielle Sanierung
Der Leiter des Kompetenzzentrums Serielles Sanieren / Energiesprong DE der Deutschen Energie-Agentur (dena), Uwe Bigalke, ordnet die Entwicklung ein: „Damit der Gebäudebestand bis 2045 klimaneutral wird, müssen wir das Sanierungstempo deutlich erhöhen. Wer denkt, dass die Erreichung der Klimaziele allein durch den Umstieg auf eine fossilfreie Wärmeversorgung gelingen kann, irrt. Wir brauchen einen Mix aus erneuerbaren Energien, hochgedämmter Gebäudehülle und effizienter Gebäudetechnik.
Serielles Sanieren verbindet alle drei Maßnahmen in einem Konzept und kann damit zur Schlüsseltechnologie für die Wärmewende im Bestand werden. Der 2023 eingeführte BEG-Bonus hat sich als wirksamer Impulsgeber für die Marktentwicklung erwiesen. Der neue Wirtschaftszweig der seriellen Sanierung hat schon einiges erreicht, aber noch ganz viel vor. Deshalb ist es wichtig, die positive Entwicklung mit verlässlichen Rahmenbedingungen und zielgerichteten Investitionsanreizen weiter voranzutreiben.“

BEG-Bonus sorgt für seriellen Sanierungsschub
Mit der Einführung des 15-prozentigen Bonus im Rahmen der Bundesförderung effiziente Gebäude (BEG) Anfang 2023 hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) die Weichen für eine breite serielle Sanierungswelle gestellt. Bis 2022 machten serielle Sanierungen nicht einmal 2 Prozent aller KfW 55 und 40-Sanierungen aus. Seit dem Start des BEG-Bonus hat sich der Anteil serieller Sanierungen innerhalb von zwei Jahren auf über 20 Prozent erhöht. Dank des Bonus sind serielle Sanierungslösungen bei deutlich schnellerer Umsetzung bereits heute auf dem Kostenniveau konventioneller energetischer Modernisierungen.
Die Förderung besteht aus zinsvergünstigten Krediten von bis zu 150.000 Euro pro Wohneinheit, die ein bis zwei Prozentpunkte unter den marktüblichen Zinskonditionen liegen. Hinzu kommen Tilgungszuschüsse, die sich im günstigsten Fall auf 45 Prozent summieren können, was einer Förderung von 67.000 Euro pro Wohneinheit entspricht.
30 Prozent aller Gebäude eignen sich für serielle Sanierungslösungen
Um die Klimaziele bis 2045 zu erreichen, muss ein Großteil der Gebäude in Deutschland in den nächsten 21 Jahren energetisch modernisiert werden. Serielle Sanierungslösungen sind dabei unverzichtbar. Das innovative Modernisierungskonzept setzt auf vorgefertigte Fassaden-, Dach- und Technikmodule, die auf der Baustelle nur noch montiert werden. Auf diese Weise können mit weniger Fachkräften mehr Gebäude in kürzerer Zeit fit für die klimaneutrale Zukunft gemacht werden.
Laut Portfolioanalysen der dena sind rund 30 Prozent aller Mehrfamilienhäuser für eine serielle Sanierung geeignet. Selbst höchst ineffiziente Gebäude lassen sich mit seriellen Sanierungslösungen energetisch auf Neubauniveau bringen. Durch hohe Energieeinsparungen von bis zu 90 Prozent eröffnet der zukunftsweisende Ansatz zudem neue Perspektiven für die klima- und sozialverträglichen Bestandssanierung. Im Idealfall lassen sich serielle Sanierungen sogar warmmietenneutral umsetzen.

Kostensenkungspotenzial noch nicht ausgeschöpft
Beim seriellen Sanieren nach dem Energiesprong-Prinzip refinanzieren sich die Investitionen größtenteils über eingesparte Energie- und Instandhaltungskosten. Hinzu kommen weitere kostensenkende Faktoren, wie eine schnellere Umsetzung, Planungssicherheit, höhere Qualität, eingesparte CO2-Kosten und die Wertsteigerung der Immobilie.
Für Uwe Bigalke ist das Kostensenkungspotenzial serieller Sanierungslösungen längst noch nicht ausgeschöpft: „Der aktuelle Nachfrageschub wirkt kostensenkend, da bei größeren Projekten und höheren Stückzahlen die erhofften Skaleneffekte anfangen zu greifen. Perspektivisch werden die Kosten für serielle Sanierungen unter das Niveau konventioneller Lösungen sinken.“
Holzbauwelt-Geschäftsführer Sigurd Maier hat sich selbst über ein Sanierungsprojekt von zwei Mehrfamilienhäusern der Baugenossenschaft Hartmannshofen e.G. in München informiert, dabei ging es um eine dreigeschossige Aufstockung und seriellen Fassadensanierung, wohlgemerkt alle Baumaßnahmen im bewohnten Zustand. Welche Rolle der Holzbau beim seriellen Sanieren hier einbringen konnte, zeigt dieser Artikel
Quellen: energiesprong.de, holzbauwelt.de
Nachhaltiger Holzbau: Chancen für Städte und Akteure
Der Holzbau erlebt eine Renaissance – vor allem im urbanen Raum. Dank technischer Innovationen und nachhaltiger Vorteile wird Holz zunehmend auch für mehrgeschossige Wohngebäude attraktiv. Diese Entwicklung bietet vielfältige Möglichkeiten für Investoren, Kommunen, Wohnbaugesellschaften und Projektentwickler. Neben Umweltvorteilen punktet der Holzbau durch Flexibilität, kurze Bauzeiten und eine hohe Nachfrage nach nachhaltigem Wohnraum. Im Folgenden beleuchten wir, wie jede Zielgruppe von dieser Bauweise profitieren kann.
Holzbau als Chance: Die Vorteile für Investoren
Investoren stehen bei Bauprojekten vor der Herausforderung, eine rentable und zukunftssichere Anlage zu schaffen. Der moderne Holzbau bietet hier zahlreiche Vorteile:
- Nachhaltige Wertsteigerung: Gebäude aus Holz sind durch ihren niedrigen CO₂-Fußabdruck und die Verwendung eines nachwachsenden Rohstoffs besonders klimafreundlich. Angesichts steigender Anforderungen an Nachhaltigkeit und EU-Taxonomie-konforme Immobilien gewinnt Holzbau stetig an Wert.
- Attraktive Fördermöglichkeiten: Staatliche und europäische Förderprogramme unterstützen nachhaltiges Bauen, was die Finanzierung erleichtert und die Rendite erhöht.
- Marktattraktivität: Die Nachfrage nach umweltfreundlichem Wohnraum steigt. Besonders in Städten ziehen klimafreundliche Gebäude umweltbewusste Mieter und Käufer an, was eine hohe Auslastung garantiert.
- Kurze Bauzeiten: Dank der Vorfertigung von Holzbauelementen können Bauzeiten deutlich verkürzt werden, wodurch Projekte schneller abgeschlossen und Erträge früher realisiert werden können.
Holz ist für Investoren nicht nur ein ökologisches Statement, sondern auch eine ökonomisch attraktive Wahl.

Kommunen: Nachhaltige Stadtentwicklung mit Holzbau
Für Kommunen, die den urbanen Raum gestalten und soziale Verantwortung tragen, bietet der Holzbau zahlreiche Möglichkeiten:
- Beitrag zur Klimaneutralität: Viele Städte haben sich ambitionierte Klimaziele gesetzt. Holzbau kann dabei helfen, CO₂-intensive Baustoffe wie Beton und Stahl zu ersetzen und so den CO₂-Ausstoß im Bauwesen zu reduzieren.
- Schnelle Realisierung von Wohnraum: Angesichts steigender Bevölkerungszahlen und des Wohnraummangels in Städten ist Holzbau eine effiziente Lösung. Vorfertigung und modulare Bauweise ermöglichen schnelle Bauprojekte, beispielsweise für sozialen Wohnungsbau.
- Geringe Lärmbelastung: Holzbau ist durch geringere Bauzeit und leisere Prozesse besonders für dicht besiedelte Gebiete geeignet.
- Vorbildfunktion: Mit modernen Holzbauprojekten setzen Kommunen ein sichtbares Zeichen für nachhaltiges Bauen und fördern die Akzeptanz klimafreundlicher Technologien.
Städte, die auf Holzbau setzen, profitieren von langfristig nachhaltigen und wirtschaftlichen Lösungen.
Wohnbaugesellschaften: Effiziente und langlebige Bauweise mit Holz
Wohnbaugesellschaften sind für die Bereitstellung von langlebigem und bezahlbarem Wohnraum verantwortlich. Der Holzbau erfüllt diese Anforderungen durch folgende Vorteile:
- Kosten- und Zeiteffizienz: Die modulare Holzbauweise ermöglicht eine schnelle Errichtung von Gebäuden und spart langfristig Kosten durch hohe Energieeffizienz und geringe Wartungsanforderungen.
- Hohe Wohnqualität: Holz sorgt für ein angenehmes Raumklima, reguliert die Luftfeuchtigkeit und bietet durch seine isolierenden Eigenschaften einen hohen Wohnkomfort.
- Flexibilität im Design: Mehrgeschossige Gebäude können individuell gestaltet werden, ohne auf die Vorteile der Vorfertigung verzichten zu müssen. Erweiterungen oder Umbauten sind mit Holz einfacher umzusetzen.
- Langfristige Rentabilität: Holzgebäude haben eine hohe Lebensdauer und können bei Bedarf leicht modernisiert werden, wodurch sie langfristig wirtschaftlich bleiben.

Durch den Einsatz von Holz kann bezahlbarer Wohnraum nachhaltig und effizient geschaffen werden, ohne Kompromisse bei der Qualität einzugehen.
Projektentwickler: Innovation und Nachhaltigkeit als Wettbewerbsvorteil
Projektentwickler stehen oft vor der Herausforderung, innovative und zukunftssichere Projekte zu realisieren, die sich gleichzeitig wirtschaftlich rechnen. Der Holzbau bietet ihnen dafür eine ideale Basis:
- Innovationskraft: Der Holzbau eröffnet kreative Möglichkeiten, moderne Architektur mit Nachhaltigkeit zu verbinden. Fassaden aus Holz oder hybride Bauweisen (Holz in Kombination mit anderen Materialien) ermöglichen einzigartige Projekte.
- Nachhaltigkeitszertifikate: Gebäude aus Holz können leichter Zertifizierungen wie DGNB, LEED oder BREEAM erhalten, was die Attraktivität bei Investoren und Käufern erhöht.
- Geringeres Projektrisiko: Vorfertigung reduziert Bauverzögerungen, und die gute Planbarkeit minimiert das Risiko von Kostenüberschreitungen.
- Anpassung an urbane Gegebenheiten: Holzbau eignet sich ideal für Nachverdichtungen, Dachaufstockungen oder Lückenschließungen, die in Städten immer häufiger benötigt werden.
- Für Projektentwickler, die sich auf die Trends von morgen einstellen wollen, ist Holzbau ein Schlüssel zu nachhaltigem Erfolg.
Der mehrgeschossige Holzhybridbau gilt allgemein als Gamechanger im Wohnungsbau.
Fazit: Holzbau als Allround-Lösung für den urbanen Raum
Der moderne Holzbau ist längst nicht mehr auf Einfamilienhäuser beschränkt. Gerade bei mehrgeschossigen Wohngebäuden bietet er enorme Potenziale für verschiedene Akteure im urbanen Raum. Investoren profitieren von Rentabilität und Wertsteigerung, Kommunen treiben Klimaziele voran und schaffen schnellen Wohnraum, Wohnbaugesellschaften bieten hochwertige und nachhaltige Wohnungen, und Projektentwickler sichern sich einen Wettbewerbsvorteil durch innovative Bauprojekte.
Der Holzbau ist nicht nur eine Antwort auf die Herausforderungen des Klimawandels, sondern auch ein Weg, urbanes Wohnen effizienter, umweltfreundlicher und lebenswerter zu gestalten.
Bauministerkonferenz bringt neue Muster-Holzbaurichtlinie auf den Weg
Die Bauministerkonferenz macht den Weg frei für einfacheres Bauen mit Holz. Die EU-Kommission muss noch zustimmen. Branchenvertreter begrüßen die geplanten Erleichterungen für höhere Gebäude. Die „Richtlinie über brandschutztechnische Anforderungen an Bauteile und Außenwandbekleidungen in Holzbauweise – MHolzBauRL“ wurde weiter entwickelt.
Die im Juni 2021 vom Deutschen Institut für Bautechnik – DIBt veröffentlichte Fassung Oktober 2020 löst nun die bisher gültige Fassung vom Juli 2004 ab. Die Novellierung konkretisiert die Vorschriften zu Konstruktionen aus brennbaren vorgefertigten Bauteilen, die in mehrgeschossigen Gebäuden zum Einsatz kommen. Deren tragende, aussteifende oder raumabschließende Bauteile müssen nach § 26 Abs. 2 Satz 3 MBO feuerhemmend oder feuerbeständig sein und dürfen dennoch nach § 26 Abs. 2 Satz 4 MBO aus brennbaren Baustoffen wie z.B. Holz bestehen.
Entscheidende Neuerungen in der neuen Muster-Holzbaurichtlinie
Neu unterschieden werden Holzbauweisen mit Hohlräumen (Holzrahmen- und Holztafelbauweisen) und Holzbauweisen ohne Hohlräume bzw. ohne verfüllte Hohlräume (Massivholzbauweise). Die bisher schon bekannten Regelungen über Bauteile mit brennbarem Ständerwerk und allseitiger Brandschutzbekleidung werden in der Gebäudeklasse 4 beibehalten bzw. erleichtert. Wichtig ist hierbei auch, dass die Bauteile nicht vollständig vorgefertigt werden müssen, um in den Anwendungsbereich der Holzbaurichtlinie zu fallen. Sie können auch auf der Baustelle erstellt werden.

Neu geregelt wurde das Bauen mit Massivholz ohne vollständige Brandschutzbekleidung für die Gebäudeklassen 4 und 5 (bis zur Hochhausgrenze). Hier muss die Feuerwiderstandsfähigkeit gemessen werden. Diese Kennzahl bestimmt, wie lange definierte Bauteile bei einem Brand ihre Funktion beibehalten.
Die Muster-Holzbaurichtlinie regelt außerdem die Errichtung von Außenwandbekleidungen aus normalentflammbaren Baustoffen bei Gebäuden der Gebäudeklassen 4 und 5 neu. Wichtige Hilfestellung geben die im Anhang enthaltenen Anforderungen zu horizontalen Brandsperren mit konkreten Angaben zu Abständen und Mindestauskragungen. Hier gab es bisher keine verlässliche Regelung.
Die Muster-Holzbaurichtlinie steht auf der Webseite des DIBt zum Download zur Verfügung.
Quelle: Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung NRW, mhkbd.nrw.de
Holzbausysteme für seriellen öffentlichen Holzbau
Das Forschungsprojekt HO_SY beschäftigt sich mit dem Ziel der Entwicklung eines Holzbausystemes zur Verwendung von Holz und anderen nachwachsenden Baustoffen bei öffentlichen Gebäuden. Es soll ein offen zugänglichen Holzbausystem mit Bauteilkatalog, Berechnungen, Nachweisen und Beispielen zur Integration technischer Gebäudeausrüstung entwickelt werden.
Die Bereitstellung eines vollständigen Holzbausystems und Bauteilkataloges inklusive Beispielen der Integration technischer Gebäudeausrüstung als Endergebnis des Vorhabens, soll die Wettbewerbsfähigkeit des Holzbaus und der Anteil an Gebäuden in Holzbauweise bei der öffentlichen Hand maßgeblich steigern.
Die Aufgabenstellung des Forschungsprojektes für das Holzbausystem
Stufenweise Entwicklung eines offenen Standard-Holzbausystems (HO_SY) für öffentliche Gebäude, das auf die systemischen Nachteile von Holzbausystemen antwortet und auf Grundlage bestehender Systeme einfache Anwendungsmöglichkeiten für Planer und Kleine und Mittlere Holzbaubetriebe bietet. Ziel ist die Bereitstellung eines Holzbausystems, das universell einsetzbar für unterschiedliche Nutzungen ist, um eine bessere Verwendbarkeit tragender und raumbildender Holzbaukonstruktionen bei öffentlichen Gebäuden zu ermöglichen. Es ist nachzuweisen, dass die Verwendung des Holzbausystems bei öffentlichen Gebäuden im Vergleich zu den heute üblichen Konstruktionen aus Mauerwerk und Stahlbeton große Vorteile bietet.
Ökonomische und ökologische Aspekte werden berücksichtigt, um eine wirtschaftliche, standardisierte Bauweise zu ermöglichen, die konkurrenzfähig zu anderen Bausystemen ist. Mit einem interdisziplinär entwickelten systematischen Ansatz für den Holzbau von öffentlichen Gebäuden sind schnellere Planungs-, Genehmigungs- und Bauabläufe, einfachere Prozesse und effizientere Gebäude aus Holz möglich.
Mit der geplanten Holzsystembauweise werden Planungsinstrumente entwickelt, die auf Fertigung und Montage, Rückbaubarkeit und Weiterverwendung der Bauteile eines Gebäudes übertragen werden können, ohne dabei auf gestalterische Individualität und Vielfalt verzichten zu müssen. Dank vielfältiger Einsatzmöglichkeiten, flexibler Raumaufteilungen in Kombination mit optionalen Komfort-Lösungen und einer variablen Fassadengestaltung lassen sich weitaus mehr verschiedene Gebäudetypen realisieren, als man üblicherweise vom Konzept der „Standardisierung“ erwarten würde.

Aufgabe des Forschungsprojektes und Ausgangssituation im Holzbau
Aufgaben
- Grundlagen- und vertiefte Recherchen zum Stand der Wissenschaft und Technik über den gesamten Projektzeitraum
- Aufstellung eines Pflichtenheftes zur Einhaltung von Normung, Zertifizierungen und Zulassungsbestimmungen
- Auswahlverfahren, Evaluation und Adaption der zu entwickelnden Holzbausysteme
- Aufstellung eines Leitfadens
- Bedarfsuntersuchung zur Nutzung einer Kita und Schule mit öffentlicher Umfrage
- marktspezifische Erweiterung der Nutzung für andere öffentliche Gebäude
- Entwurf der systembedingten Planungsunterlagen in Abhängigkeit von Anwendung und Gebäudeklasse
Status Quo
Bei Ausschreibung und Vergabe öffentlicher Bauvorhaben erweisen sich u. a. gesetzliche Regularien als Hemmnis für die Holzverwendung. Beispielsweise werden öffentliche Bauwerke aus Holz oftmals als Sonderbauwerke der Gebäudeklassen 4 und 5 eingestuft. Für diese Gebäudeklassen sehen viele Landes-Bauordnungen erhöhte Brandschutzanforderungen vor.
Zudem gelten für öffentliche Gebäude erhöhte Anforderungen an den Schall- und den Feuchteschutz sowie an schadstofffreies Bauen.
Eine weitere Schwierigkeit für öffentliche Bauherren ist die Vorab-Entscheidung für eine der zahlreich auf dem Markt konkurrierenden Holzbauoptionen – etwa Holzrahmenbau, Raumzellen, Holz-Massivbau oder Systeme mit Holz-Verbundmaterialien.
Das Forschungsprojekt HO_SY will diese Problemstellungen mit offen zugänglichen, einfachen Holzbausystemen für öffentliche Gebäude beantworten.
Vorteile
Mit einem einfachen und offenen Holzbausystem, das Anwendungen für unterschiedliche Nutzungen ermöglicht und jedem Planer und Holzbaubetrieb zugänglich ist, kann die Holzverwendung bei öffentlichen Gebäuden gesteigert und damit ein wichtiger Beitrag für den Klimaschutz geleistet werden.
Die standardisierte Holzsystembauweise stellt Planungsinstrumente für Fertigung und Montage, Rückbaubarkeit und Weiterverwendung aller Bauteile bereit, ohne auf gestalterische Individualität und Vielfalt zu verzichten. Das Holzbausystem berücksichtigt ökonomische und ökologische Aspekte und belegt die Wettbewerbsfähigkeit klimafreundlicher Holzbauten gegenüber herkömmlichen Bauweisen. Die Systeme sollen unkompliziert umsetzbar sein und Planern ebenso wie kleinen bis mittleren Zimmerei- und Holzbaubetrieben die Beteiligung an öffentlichen Ausschreibungen ermöglichen.
Quelle : fnr.de
Gebäudetyp E: Einfacher und kostengünstiger bauen
Mit dem Gebäudetyp E als Gesetzesvorlage hat sich das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) – zusammen mit den Partnern aus dem Bündnis bezahlbarer Wohnraum – das Ziel gesetzt, den Wohnungsbau einfacher, schneller und effizienter zu machen.
Das Planen und Bauen nach dem sogenannten „Gebäudetyp E“ birgt hierfür große Potenziale, die mit der BMWSB-„Leitlinie und Prozessempfehlung Gebäudetyp E“ und einer Anpassung des Vertragsrechts durch das Bundesjustizministerium bundesweit gefördert werden sollen.
Gebäudetyp E soll einfaches und experimentelles Bauen ermöglichen
Klara Geywitz, Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen: „Mit dem Gebäudetyp E ermöglichen wir einfaches und experimentelles Bauen. Bauen ist in Deutschland zu teuer. Wir tendieren häufig dazu, einen Goldstandard zu bauen. Das macht das Planen und Bauen aufwändig, personalintensiv und teuer. Das wollen wir ändern. Wir gehen dabei Seite an Seite mit unseren Partnern in der Bauwirtschaft, in Bund und Ländern. Projektierer können mit dem ‚Gebäudetyp E‘ rechtssicher von Baustandards abweichen, um einen Bau schneller und kostengünstiger zu realisieren. Die Gebäudesicherheit, z. B. die Statik oder der Brandschutz, bleibt davon unberührt.“

Gebäudetyp E – Innovativer Ansatz für das kostengünstige Bauen
Beim Bauen sind die sogenannten „allgemein anerkannten Regeln der Technik“ (aRdT) vertragsrechtlich relevant. Damit sind alle Regeln gemeint, die unter Branchenfachleuten als technisch geeignet, angemessen und notwendig erachtet werden, um gut und fehlerfrei zu bauen, und die sich in der Praxis bewährt haben. Welche Normen genau zu den aRdT gehören, ist nicht gesetzlich festgelegt, sondern folgt dem Branchenwissen und wird im konkreten Streitfall durch die Rechtsprechung festgestellt. Diese tendiert dazu, eine mangelhafte Leistung (Sachmangel) anzunehmen, wenn nicht alle berücksichtigt wurden. Das hat in der Praxis dazu geführt, dass Bauvorhaben meist so ausgeführt werden, dass sie allen bautechnischen Normen entsprechen, auch jenen, die nur dem Komfort dienen. Das alles hat den Neubau oder auch die Sanierung von Wohnungen verteuert und Investoren und Käufer ausgebremst.
Der Gebäudetyp E geht auf eine Initiative der Architektenschaft aus Bayern zurück und wird von einer breiten Allianz von Vertreterinnen und Vertretern des Bundes, der Länder und aus der Praxis unterstützt. Vertragspartner können durch den Verzicht auf kostenintensive Standards neue Spielräume für innovatives Planen und Bauen eröffnen. So werden Innovationen und individuelle Lösungen für das klima- und ressourcenschonende, bedarfsgerechte und kostengünstige Bauen ermöglicht.
Leitlinie und Prozessempfehlung für den Gebäudetyp E
Das BMWSB hat eine umfassende „Leitlinie und Prozessempfehlung Gebäudetyp E“ erarbeitet. Sie soll Bauherrinnen und Akteure der Planungs- und Baubranche bei der Anwendung des „einfachen Bauens“ unterstützen. Der Leitfaden gibt Projektbeteiligten Hinweise, wie Vereinbarungen für Architekten- und Bauverträge formuliert werden können. Damit kann das „einfache Bauen“ in der Praxis rechtssicher umgesetzt werden. Der Leitfaden ermutigt, zukünftig kreativer und kostengünstiger zu planen und zu bauen.
Quelle: BMWSB, Holzbauwelt.de
Serielles Sanieren ist ein zentraler Ansatz, um die CO₂-Emissionen im Gebäudebereich zu senken, der aktuell rund ein Drittel der Emissionen in Deutschland ausmacht. Viele Bestandsgebäude verbrauchen bis zu fünfmal mehr Energie als notwendig und sind stark von fossilen Energieträgern abhängig. Um die Klimaschutzziele zu erreichen und langfristig bezahlbare Energiekosten sicherzustellen, ist eine umfassende Sanierung bis 2045 unerlässlich.
Ein zentraler Lösungsansatz ist die serielle Sanierung nach dem Energiesprong-Prinzip. Durch digitalisierte Planungsprozesse, vorgefertigte Fassaden- und Dachelemente mit integrierten PV- und Energiemodulen sowie eine konsequente Nutzerorientierung können Gebäude innerhalb weniger Wochen hocheffizient modernisiert werden.
Wie profitieren Baugenossenschaften von der seriellen Sanierung?
Das Energiesprong-Prinzip bietet für Baugenossenschaften, die ihre Mehrfamilienhäuser aus den 50er- und 60er-Jahren sanieren möchten, eine Reihe von Vorteilen, insbesondere im Hinblick auf die energetische Sanierung und den Wohnkomfort. Es handelt sich dabei um einen innovativen Ansatz zur umfassenden Gebäudesanierung, der sowohl ökologische als auch ökonomische Vorteile mit sich bringt. Hier sind die wichtigsten Vorteile zusammengefasst:
1. Energetische Effizienz
2. Schnelle Umsetzung im bewohnten Zustand
3. Wertsteigerung der Immobilien
4. Finanzielle Förderung und langfristige Planung
5. Verbesserter Wohnkomfort
6. Stärkung der Genossenschafts- und Gemeinschaftsbindung
Fazit:
Durch den Einsatz des Energiesprong-Prinzips können Baugenossenschaften ihre Mehrfamilienhäuser auf kosteneffiziente und nachhaltige Weise modernisieren. Dies führt nicht nur zu geringeren Betriebskosten und einer besseren CO2-Bilanz, sondern auch zu einer wertsteigernden und komfortablen Wohnumgebung für die Mietenden. Der Einsatz vorgefertigter, wärmegedämmter Fassadenelemente erleichtert die schnelle Umsetzung der Sanierung, ohne die Bewohner während des Prozesses stark zu belasten. Die Firma B&O Bau ist eine Lösungsanbieter für die serielle Sanierung. Zudem bieten Förderprogramme und langfristige Einsparungen eine gute Grundlage für eine erfolgreiche Finanzierung und Planung. Die Firma B&O Bau ist eine Lösung